Bei Baby: ICare statt Vollnarkose?

  • (Mir ist gerade aufgefallen, dass das Thema hier wohl besser hinpasst...)


    Hallo an alle,


    ich habe heute dieses Forum entdeckt und wäre für Eure Einschätzung oder vielleicht sogar Erfahrungsberichte dankbar.


    Unser Sohn Friedrich ist fast ein Jahr alt und hat von Geburt an besonders große Augen. Dieses Phänomen ist allerdings in meiner Familie bekannt. Von meinen lebenden Verwandten haben mein Vater und der Sohn meiner Cousine auffallend große Augen. Krankhafte Veränderungen in diesem Zusammenhang sind bisher nicht bekannt. (Mein Vater hatte vor ein paar Jahren eine Augen-OP, da war er aber schon über 50).


    Zur Sicherheit wollten wir Friedrich trotzdem augenärztlich untersuchen lassen.


    Wir sind vor kurzem von Hamburg nach Hannover gezogen, unsere erste Anlaufstelle war daher die MHH Hannover. Die erste Untersuchung ergab, dass Friedrichs Augen tatsächlich eine "unnormale" Größe haben. Ansonsten hatte er aber keine erkennbaren Symptome (Tränen, Lichtscheu, Trübung). Trotzdem wollte die Oberärztin schnellstmöglich den Innendruck messen. Dies, so wurde uns gesagt, sei nur unter Vollnarkose möglich.


    Auf unsere Frage, ob die mit einer Vollnarkose bei einem unter Einjährigen verbundenen Risiken in unserem speziellen Fall (einziges "Symptom" ist höchstwahrscheinlich familiär bedingt) denn wirklich gerechtfertigt sind, wurde ÜBERHAUPT NICHT eingegangen.


    Jetzt stecken wir in einem Zwiespalt: Einerseits wollen wir natürlich nicht das Risiko eingehen, ein mögliches Glaukom unentdeckt zu lassen. Andererseits sind die Risiken einer Vollnarkose in diesem Alter ja auch nicht unerheblich.


    Nun lese ich hier zum ersten Mal von der Möglichkeit, mittels ICare den Augeninnendruck ohne Narkose zu bestimmen. Die Beiträge, die ich dazu gefunden habe, bezogen sich aber wohl alle auf etwas ältere Kinder.


    Meine Frage daher: Hat jemand von Euch Erfahrung mit der Anwendung bei einem Baby?


    Für Eure Antworten bin ich sehr, sehr dankbar!


    Hanna

  • Hallo Hanna,
    in der Uniklinik Homburg im Saarland wird auf jeden Fall erst mal mit dem ICare gemessen und zwar von Fr. Prof.Dr.Käsmann-Kellner. Nur wenn dann was Auffällig ist würde ne Narkose gemacht werden... ist für euch aber auch ein langer Weg, vielleicht findet ihr ja in eurer näheren Umgebung einen Augenarzt der mit ICare messen kann

  • Hallo Hanna,


    ich würde auch überlegen, ein so kleines Kind narkotisieren zu lassen. Ist nicht ganz unbedenklich.


    Unsere Lara wurde auch von Anfang an mit dem ICare behandelt. Diese Methode ist sicher für ein Baby die bessere Wahl. Das erste mal waren wir auch in Homburg bei Frau Prof. Dr. Kaesmann. Ich muss sagen das wir diesen Schritt nie bereut haben, auch wenn wir an diesem Tag sehr lange unterwegs waren.


    Es ist nicht ausgeschlossen, das andere Ärzte mit dem ICare arbeiten, wobei es in Unikliniken eigentlich Standard sein sollte. Leider haben Chemnitz und Dresden auch keins ?( , aber dafür hat sich jetzt unsere Augenärztin eins besorgt :D und damit klappt das wunderbar. Lara kennt es ja nicht anders.


    Ich wünsche dir viel Glück bei der Suche nach einem passenden Arzt, der euch ohne Narkose helfen kann und wird.


    LG Sylvia

  • Liebe Sylvia, liebe Helga,


    vielen Dank für die schnellen Antworten!


    Ich bin nun doch etwas irritiert, dass in der MHH diese Möglichkeit mit keinem Wort erwähnt wurde, obwohl wir mehrfach nachgefragt haben, ob eine Vollnarkose unumgänglich ist. Die Antwort war sinngemäß: Ja, denn wenn wir dabei etwas finden, müssen wir (sofort??) operieren, und dafür muss das Kind dann sowieso in Vollnarkose sein.


    Ich fange ja gerade erst an, mich mit dem Thema zu beschäftigen, aber ich habe schon jetzt den Eindruck, dass
    1. eine Operation nicht in jedem Fall sofort notwendig ist und
    2. es auch nicht "die" eine Operation gibt, sondern unterschiedliche Möglichkeiten, bei denen in jedem Einzelfall die Vor- und Nachteile (gemeinsam mit den Eltern!?) abgewogen werden müssen.


    Das Verhalten der Ärzte kann ich mir daher nur so erklären, dass sie entweder kaum Erfahrung mit Glaukom-Kindern haben oder nicht in der Lage sind zu kommunizieren. Beides leider absolute Ausschlusskriterien...


    Hoffentlich werde ich mit Nicoles Hilfe einen Augenarzt finden, der ein ICare-Gerät besitzt...

  • Hallo Hanna!


    Ich hatte schon mal in dem anderen Thread geantwortet, dort steht auch noch eine weitere Antwort von Nicole.


    Ich habe ein angeborenes Glaukom, ebenso meine Schwester, und habe deswegen bei meiner eigenen Tochter von Anfang an Vorsorgeuntersuchungen machen lassen. Ärzte sind mit der Vollnarkoseempfehlung immer schnell bei der Hand, auch wenn es eigentlich gar nicht nötig wäre. Nun ist es als Laie schwierig zu entscheiden, was nötig ist und was nicht, aber in deinem Fall würde ich Dir ganz klar von einer Vollnarkose abraten. Ich persönlich würde sie nur machen, wenn konkrete Anhaltspunkte bestehen, dass etwas nicht stimmt. Das Risiko war mir selbst auch zu groß, ich habe eine solche Untersuchung abgelehnt, als das Töchterchen drei Monate alt war. Einziges Symptom war gelegentliches Tränen, das von verstopften Tränengängen kam (ein häufiges Problem bei Neugeborenen). Die Ärtzin wollte sichergehen und hat uns in die Klinik überwiesen. Ich habe auf meine Intuition vertraut und bin nicht hingegangen.


    Abgesehen davon, was bisher schon zum iCare gesagt wurde, kann man ein Kind in dem Alter (ab etwa einem dreiviertel Jahr) auch schon anders untersuchen. Als das Töchterchen Monate war, hat die Ärtzin den Sehnerv überprüft, ab etwa 1 1/2 Jahren kann man zur Sehschule usw. Das AUssehen des Sehnervs ist im Zweifelsfall auch VIEL AUSSAGEKRÄFTIGER als der Druck.


    Ich finde es etwas seltsam, dass man Dir obwohl überhaupt keine Symptome bestehen und auch keine familiäre Vorbelastung bekannt ist, eine derartige Untersuchung ans Herz legt. Geh am besten zu einem niedergelassenen Augenarzt (vielleicht kann Dir hier im Forum jemand einen empfehlen, oder Du wendest Dich an den Bundesverband). Ein halbwegs fähiger Arzt kann anhand des Sehnervs und anderem sehen, ob sich das Auge richtig entwickelt hat. Die einzige Vorraussetzung ist, dass das Kind halbwegs stillhält.



    Liebe Grüße Gundel

    einseitiges kongenitales Glaukom diagnostiziert mit 1 Jahr, inzwischen bin ich 33 Jahre alt, Lage ist nicht rosig aber stabil

  • Hallo Hanna,


    ich denke man kann es zumindest man versuchen mit dem iCare zu messen, wenn es nicht klappt, kann man immer noch eine Narkoseuntersuchung machen.


    Unser Sohn wurde auch gleich unter Narkose untersucht, obwohl er "nur" große Augen hatte. Aber es hat sich im nachhinein als richtig herausgestellt und es wurde gleich operiert.
    Damals war das iCare aber auch nicht dort in der Klinik( vor ca 8 Jahren) und mit dem Tonopen ist es doch schwieriger zu messen.


    Viel Glück , alles Gute
    Bettina

  • Liebe Hanna


    Mein Mann hat eine Erbkrankheit mit möglichem Glaukom und daher waren wir bei unseren Kids von Anfang an wegen Glaukom am Start. Mittels Gentest fanden wir heraus, ob es vererbt wurde oder nicht.
    Unser Sohn hat es geerbt, ich war mit ihm zum ersten Mal beim Augenarzt, als er einen Monat alt war und da wurde bei ihm der Druck schon mit dem Icare gemessen. Es ging von Anfang an eigentlich sehr gut, mit einem Monat hielt er auch still, solange er vollgegessen war ;)


    Ich gehe nun regelmässig in die Uniklinik und sie messen jedesmal mit dem Icare, weil es so "einfach" geht. Nicht jedes Kind hält gleich gut hin und unser Sohn hält auch nur bei einem Arzt hin.


    Ich bin etwas erstaunt über die negativen Schilderungen einer Vollnarkose. Ich frage mich, wie es denn gestaltet wird. Wir haben das Glück, dass die Kinder bei Narkoseuntersuchungen eigentlich in eine Kinderklinik gehen, und die Augenärzte dann in den Ops kommen. Es ist praktisch alles im gleichen Haus. Daher stimmt alles von A-Z und ist absolut kindergerecht. Bei uns gaben die Ärzte eher "Entwarnung", dass sie heute die Dosierung bestens abstimmen können und Kinder kaum noch negativ auf Narkosen reagieren. Bei A war es so, dass er am gleichen Abend schon wieder der Alte war als ob nichts geschehen sei. Es kommt da ganz sicher auch sehr aufs Kind draufan.


    Meine Reihenfolge ist ganz klar, zuerst ohne Narkose, mit Icare oder eine gute Ärzt/In kann auch tasten. Das ganze drumheraum einer Narkose kann auch schon das Kind belasten, daher würde ich schon auch möglichst darauf verzichten, aber Angst davor hätte ich doch auch keine. Ich würde wohl doch lieber ein Ergebnis wollen als halt doch etwas in "Ungewissheit" leben.


    Wünsche euch alles Liebe
    Weasly

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!