Erfahrungsbericht Diagnosestellung

      Erfahrungsbericht Diagnosestellung

      Per Mail hat der Fachbereich Kinder eine nette Nachricht von Eltern erhalten, die uns zuvor telefonisch um Rat gebeten hatten. Sie möchten ihre Geschichte mit anderen Eltern teilen, haben jedoch keinen Zugang zu unserem Forum. Daher kommen wir ihrer Bitte nach und veröffentlichen diesen Auszug aus der Mail an dieser Stelle. (Wir haben uns erlaubt, den Text zu anonymisieren):
      "Unser Sohn P. wurde am xx.xx.17 geboren und sofort fielen die tollen, großen, blauen Augen auf. Bei meinem Mann wurde mit etwa 28 Jahre ein Normaldruck-Glaukom diagnostiziert. Auch seine Oma hatte grünen Star.Uns wurde deshalb auch vom Kinderarzt geraten, dass wir P. bei einer Sehschule vorstellen und überprüfen lassen, ob bei ihm grüner Star vererbt wurde. Mit gerade mal 6 Wochen waren wir mit P. dann in der Sehschule Karlsruhe. Die erste Untersuchung verlief relativ harmlos und der Arzt konnte zunächst grünen Star ausschließen, wir sollten jedoch im Februar noch einmal vorstellig werden. Das haben wir dann auch gemacht, allerdings wurde P. diesmal wirklich schrecklich behandelt. Ich fasse den wirklich nicht schönen Tag mal kurz zusammen: Er wurde von einem anderen Arzt untersucht, der völlig überfordert und unsicher war. P. wurden die Augen mit Gewalt aufgerissen, während er im Maxi Cosi lag.Wir haben unser Kind selten so schreien hören. Während wir mit unserem Kind im Untersuchungsraum waren, kamen andere Patienten herein zum Augendruck messen. Wir wurden hin und her geschickt und der Augenarzt konnte jedoch nach kurzer Zeit eine Auffälligkeit am Sehnerv beobachten.Augendruck wurde von der Dame der Sehschule versucht zu messen, nach dem x-ten Versuch klappte dies dank ihrer unsicheren Art immer noch nicht.Kind schrie und weinte bitterlich, was natürlich zu einem sehr stark erhöhten Augendruck führte. Erst als wir ihr Tipps gaben wie man ein Kind vielleicht noch untersuchen könnte, gab es einen Erfolg. Der Augendruck war nicht erhöht. Danach kam dann der Augenarzt dazu, der meinte unser Kind hätte schon einen sehr auffälligen Sehnerv und weil er nicht richtig mitmachen würde müsse man ihn in Maskennarkose legen, um eine Untersuchung durchführen zu können. Mehr wurde uns nicht erklärt...Wir mussten dem Arzt die Informationen aus der Nase ziehen und lehnten schließlich eine derartige Untersuchung zumindest in dieser Augenklinik entschlossen ab!Völlig verunsichert und alleingelassen mit der Verdachtsdiagnose machten wir uns auf den Heimweg. Dank dem Glaukom Kinderforum sind wir dann an die richtigen Anlaufstellen verwiesen worden. Diese waren das Glaukom Kinderzentrum in Mainz und die Sehschule in Freiburg.Wir versuchten bei beiden so schnell wie möglich einen Termin zu bekommen. Beide wirkten sehr kompetent, allerdings ging es in Mainz deutlich länger bis wir Rückmeldung und einen Termin erhielten. Deshalb entschieden wir uns für Freiburg...dort war man sofort mit Rat und Tat zur Seite, sehr nett und einfühlsam. Innerhalb von zwei Wochen konnten wir dort untersucht werden. Und das Schöne daran war außerdem, dass man auch nicht gleich unser Kind in Narkose legen wollte und stationär aufnehmen, sondern wir sollten uns erst einmal mit P. so vorstellen.In Mainz wäre es gleich ein stationärer Aufenthalt gewesen und eine Narkoseuntersuchung war auch schon angekündigt.In Freiburg in der Sehschule stießen wir auf eine tolle Organisation, kompetente Ärzte/Personal und wirklich eine kinderfreundliche Untersuchungstechnik. Unser Kind hat nicht einmal geschrien oder geweint. Natürlich ging die Untersuchung den ganzen Tag, aber es musste eben auch vieles abgeklärt werden. Auch Herr Prof. Dr. Lagrèze war sehr nett und konnte dann zu unserer Überraschung auch noch bei meinem Mann die Diagnose grüner Star widerlegen. Des Weiteren wurde bei P. noch ein zweiter Verdacht (unterschiedlich geöffnete Pupillen) abgeklärt, ohne Panik zu verbreiten oder Nervosität. Letzten Endes wurde festgestellt, dass unser P. völlig gesund ist.Uns wurde alles genau erklärt, wir waren dort sehr zufrieden, fühlten uns kompetent beraten und werden zur nächsten Untersuchung dorthin zurückkehren. Wir können diese Klinik nur mit Nachdruck empfehlen."
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