Glaukom mit 4 Monaten (hier ebenfalls)

      RE: Glaukom mit 4 Monaten (hier ebenfalls)

      Hallo Oliver,

      dann werde ich mal "kurz" schriftlich versuchen Eure Fragen zu beantworten. Dieses kann ich nur an unserem Beispiel tun, es bedeutet nicht das es in Eurem "Fall" gleich verlaufen wird.
      Wir haben die Diagnose mit 3 1/2 Monaten erhalten, über Nacht war das Auge eingetrübt und wir sind zum Arzt, weiter in die Klinik und am nächsten Tag wurde das eine Auge operiert und 14 Tage später das andere.
      Im Altern von 3 Jahren war an einem Auge eine erneute Op notwendig, da der Druck wieder gestiegen war. Seit dem ist glücklicherweise der Druck in Ordnung.

      Unser Sohn ist jetzt 9 Jahre und sieht auf einem Auge 100% und auf dem anderen mit einer Kontaktlinse ca. 5%. Einschränkungen im Alltag und in der Schule hat er dadurch aber nicht.

      Man sieht es ihm nicht an, und die Augen sehen ganz normal aus. Bei hellem Licht kneift er aufgrund der blendempfindlichkeit das eine Auge öfter mal zu. Aber wer es nicht weiß, sieht es nicht, das er was mit den Augen hat.
      Bei uns sind keine anderen Krankheiten zu dem Glaukom dazugekommen.

      Ein wichtiger Punkt ist, das man das Glaukom bei Kindern frühzeitig erkennt und umgehend therapiert. Dadurch kann eine weitere Schädigung des Sehnerven verhindert werden und das Sehvermögen bestmöglich erhalten werden.
      Ihr tut gerade alles um genau dieses zu erreichen, mehr könnt ihr zur Zeit nicht tun. Außer Euren kleinen Sohn ganz doll lieb haben und knuddeln ;)
      Liebe Grüße

      Nicole

      RE: Glaukom mit 4 Monaten (hier ebenfalls)

      vielen dank für die aufmunternden Worte Nicole! Und auch für den Kontakt zum Beratungstelefon. Mir ist in jedem Fall danach mich zu melden, bin aber zur Zeit gar nicht so richtig in der Lage darüber zu sprechen. Ich oder meine Freundin werden darauf zurück kommen sobald es möglich ist.

      Danke!


      hier nun die Fortsetzung von unserer Story (siehe unten):

      ca. 17. 06.2013
      wir waren wieder bei Prof. Tetz, der den Verlauf der Heilung/Entwicklung sehr positiv sieht! Nach Palpieren (Abtasten) schätzt er der Druck ist in jedem Fall weit unten im sehr guten Bereich (knapp über 10). Unser Kleiner soll nun eine Kontaktlinse bekommen, wie das funktionieren soll mit dem raus und reintun, können wir uns nur schwer vorstellen. Er hält ja beim Windeln kaum Still, wie soll das dann am Auge funktionieren..?


      31.07.2013
      Heute war früher als ursprünglich geplant eine Narkoseuntersuchung. Einerseits zur Überprüfung des Drucks und Sehnervs, andererseits zur Anpassung einer Kontaktlinse.
      Wir sind unglaublich froh, denn der Druck ist noch immer sehr gut/konstant und das andere Auge scheinbar nicht oder zumindest noch nicht betroffen. Der Sehnerv ist auch absolut in Ordnung und hat wenn überhaupt dann nur geringfügig Schaden. Scheinbar ist er eher besser geworden.
      Prof Tetz sieht alles wie immer extrem positiv! Auch wenn uns bewusst ist, dass eine wirkliche Heilung nicht möglich ist, sich das Blatt auch noch wenden kann und eine dauerhafte Beobachtung nötig ist, muss man sagen, dass die positive/optimistische Art von Prof. Tetz sehr gut tut! Besser als wenn man einen Arzt vor sich hat, der selbst nie etwas zum möglichen Verlauf sagen möchte.

      Die Kontaktlinse wurde angepasst, aber noch nicht eingesetzt. Es soll eine harte Linse sein und wir sollen sie täglich rausnehmen und wieder reinsetzen.......! Allerdings haben wir viele Tipps bekommen und erhalten ebenfalls eine "Schulung" in der Praxis des Kontaktlinsen-Herstellers (Namen grad vergessen) zum korrekten Einsetzen,.....mal schauen. Außerdem haben wir mit Manon hier aus dem Forum gesprochen und viele hilfreiche Tips bekommen, Danke Manon!


      04.09.2013
      So, seit ca. 3-4 Wochen hat der Kleine nun eine Kontaktlinse auf dem linken Auge. Uns wurde in dem Kontaktlinsen-Institut gezeigte wie wir die Linse rein und herausbekommen. Zunächst hieß es wir müssten ihn auf dem Boden fixieren, Arme und Beine festhalten etc.. Man könne es aber auch erstmal einfach so probieren, in der Hoffnung, dass es ihn nicht stört. Letzteres haben wir getan und es hat super geklappt. Das reinpacken und rausnehmen hat ihn scheinbar überhaupt nicht gestört, er war eher sehr interessiert. So gut ging es dann genau 6 Tage, danach ging gar nix mehr auf diese Weise.
      Nach mehreren krampfhaften Versuchen bei denen sich der Kleine immer gewehrt und den Kopf weggedreht hat, haben wir erstmal aufgegeben und sofort entschieden, dass wir ihn nicht mit "Gewalt" festhalten werden. Wir können uns ehrlich gesagt auch gar nicht vorstellen wie das funktionieren sollte und bringen das auch nicht fertig!! Stattdessen bekommt er die Linse nun immer wenn er schläft und das klappt sehr gut, genau so haben wir es damals auch mit den Tropfen gemacht. Die Linse ist dann meist zwar immer erst am Vormittag drin aber gut, wir denken, das ist ok; Abends beim einschlafen kommt sie dann wieder raus. Wir haben übrigens zwei Kontaktlinsensauger bekommen, ohne die es absolut nicht funktionieren würde und das ganze ungemein erleichtern!


      15.01.2014
      Heute war die nächste Narkoseuntersuchung und alles ist super! Der Druck ist auf beiden Augen bei 16mmHg. Der Sehnerv des betroffene linken Auges ist 100% in Ordnung und hat sich demnach sogar wieder regeneriert. Wir sind total glücklich und erleichtert. Kann man nur hoffen dass das so bleibt, aber inzwischen sind wir sehr optimistisch.
      Jetzt heißt es sich weiterhin darum kümmern, dass sich das betroffene Auge gut entwickeln kann. Auch potentiell mögliches Schielen müssen wir verhindern; Sehschule wird kommen und wahrscheinlich werden wir auch das Auge eine Weile abkleben müssen. Eine minimale Schielstellung ist bereits vorhanden, die man allerdings so nicht wirklich sieht, aber bei den Untersuchungen gemessen wurde. Die Linse lassen wir inzwischen manchmal über Nacht drin. Anders ist es bislang immer noch nicht möglich die Linse direkt morgens, wenn der Kleine in die Kita geht, auf dem Auge zu haben. So ist die Linse zumindest fast immer drauf und das Auge hat gute Voraussetzungen zu sehen. Wir hoffen einfach mal, dass die Sauerstoff-Versorgung trotzdem ausreichend gegeben ist. Da wir eine harte Linse haben, sollte das der Fall sein.

      Die nächste NU ist für Ende des Jahres (Oktober-November) angesetzt.

      29.06.2014
      Mit der Linse ist es immer noch so wie bisher. Sie ist so oft drauf wie möglich, aber nicht immer. Des Öfteren hatten wir Probleme mit der Linse, da Sie auf dem Auge verrutscht/Staub oder Sand darunter kommt, was extrem unangenehm für unseren Sohn ist. Wir sind dann oft 20-40 min damit beschäftigt ihn zu beruhigen und zu versuchen die Linse wieder korrekt aufs Auge zu bekommen/sauber zu machen, was meist dann irgendwann durchs reiben oder von alleine passiert. Es gab Wochen da ist das 4-5 mal passiert, die letzten Wochen wiederum kam es fast gar nicht mehr vor. Aber es kann schon manchmal sehr anstrengend und auch herzzerreißend sein, wenn sich der kleine so quälen muss und weder wir ihm, noch er sich selbst, helfen kann.
      Das gute Auge wird nun seit mehreren Monaten täglich 2-3 Stunden abgeklebt, damit das betroffene Auge arbeitet und nicht vernachlässigt wird, so dass es eine, den Umständen entsprechend, bestmögliche Sehfähigkeit entwickelt. Das Abkleben klappt, nach anfänglicher Schwierigkeit und wehren mit Händen und Füßen, inzwischen sehr gut, da er jetzt jedesmal einen kleinen Traubenzucker bekommt.
      Die Kurzsichtigkeit auf dem Auge ist, laut Arzt Nr.1 bei -4 wenn ich mich recht erinnere; das wurde in Narkose im Januar festgestellt. Arzt Nr. 2 sagt uns nun (im Wachzustand Anfang Juni gemessen), er hätte nur -0,5. Letzteres kann aber eigentlich nicht so genau so sein, daher sind wir nun etwas verwirrt. Wahrscheinlich wird nun die nächste NU etwas vorgezogen, damit das nochmal exakt festgestellt wird und die Linse ggf. angepasst wird.
      Der Augeninndendruck ist auf beiden Augen, anhand von "Messung" durch Palpieren im sehr guten Bereich, also nicht erhöht!
      Noch etwas zur Sonnenempfindlichkeit.... ich weiß nicht ob das besser geworden ist, ich denke ein bisschen vielleicht, aber in die Sonne gehen auf einer Wiese mit Schirmmütze ist auf jeden Fall kein Problem. Er kneift die Augen sicherlich etwas mehr zusammen als andere und guckt auch nicht ohne Mütze in Richtung Sonne, aber insgesamt ist es kein Problem. Allerdings Strand-Urlaub, Sonne, heller Sand, reflektierendes Wasser, am besten noch etwas Wind (!), das war auch diesen Frühling eher problematisch! Hier hoffen wir das eine Sonnenbrille uns da bald Abhilfe leistet, die er hoffentlich bald akzeptiert und die Vorteile erkennt.
      Im großen und Ganzen können wir uns sehr glücklich schätzen denke ich, aber, und das schreib ich ja fast jedes mal, darf man nie davon ausgehen, dass die Sache überstanden ist und muss ständig wachsam sein und das Auge beobachten bzw. das Verhalten des Kleinen.

      23.10.2014

      Fast alles ist unverändert, bis auf die Tatsache, dass der Kleine sich seit ca. Mitte Juli das Pflaster vom Auge nimmt bzw. sich das Auge gar nicht mehr abkleben lässt! Wirklich eine sehr beschissene Situation, da es so wichtig ist für das betroffene Auge! Hier müssen wir wohl in der kommenden Zeit mal wieder etwas mehr Kraft aufwenden und Ihn ein bis zwei Wochen quälen, so dass er es dann wieder akzeptiert. Wir können nur hoffen, dass wir das wieder hinbekommen. Termin bei der Sehschule steht dieses Jahr noch an, vielleicht kann man uns da noch Tipps geben. Auch wegen einer Brille (die man ja auch einseitig abkleben kann) überlegen wir gerade.
      Narkosetermin wird Ende 2014/Anfang 2015 sein, um die Kurzsichtigkeit erneut zu prüfen, Linse bzw. potentiell Brille anzupassen und natürlich um den Druck zu kontrollieren.
      Insgesamt scheint aber weiterhin alles ok zu sein.

      15.02.2015
      Narkoseuntersuchung hatten wir Mitte Januar. Der Druck ist weiter stabil im guten Bereich, Sehnerv ist heil. Kurzsichtigkeit auf dem betroffenen Auge wurde nun bei -3 Dioptrien gemessen... Leider ist er auf dem gesunden Auge wohl auch Kurzsichtig, daher werden wir zusätzlich zur Kontaktlinse, die übrigens seit ca. 2 Monaten verloren ist, eine Brille benötigen. Kontaktlinse wurde in Narkose eine neue angepasst, die wir in ein paar Tagen erhalten.
      Das Pflaster verwenden wir wieder regelmäßig/täglich, trotz nicht vorhandener Kontaktlinse. Es hat ca. 1 Woche Kraft gekostet, wo wir den Kleinen nach dem Abkleben ca. 1-2 Std. täglich mit Schreikrampf festhalten mussten, bis er akzeptiert hat, dass das Ding wirklich drauf bleiben muss, aber gut, da sind wir nun durch. Jetzt wird meist kurz geweint oder "nur" protestiert und weggerannt wenn das Pflaster rauf soll, aber das ist erträglich.

      Fazit: Pflaster und Kontaktlinse sind anstrengend im Alltag, aber der Augeninnendruck ist in Ordnung und er kann, abgesehen von der Kurzsichtigkeit, gut sehen und das zählt! Die Lichtempfindlichkeit stört auch ein wenig (nur Sommerzeit), so dass wir uns etwas scheuen einen Strandurlaub zu machen, wird aber wohl dieses Jahr wieder gemacht. Inzwischen akzeptiert er sicherlich eine Sonnenbrille, was dann hoffentlich hilft.


      Oliver
      Diagnose Glaukom mit 4 Monaten. Unsere Story könnt ihr im aller ersten Beitrag des folgenden Themas komplett lesen: tinyurl.com/l3kfl6s

      Post was edited 19 times, last by “Oliver” ().

      RE: Glaukom mit 4 Monaten (hier ebenfalls)

      Hallo Oliver,

      ein herzliches Willkommen bei der Glaukom-Kindern!
      Auch wenn es kein schöner Anlaß ist hier zu sein, so ist es gut das ihr hierher gefunden habt.

      Wie Du schon schreibst ist es vielen hier ähnlich ergangen und viele haben ähnliches erlebt und "durchgemacht". Die Tatsache das man damit nicht alleine ist, hilft oft schonmal ein kleines bischen weiter.

      Das man fertig ist und es am liebsten alles garnicht wahrhaben möchte, ist auch absolut nachvollziehbar. Aber Du wirst sehen das es auch viele liebe Menschen hier geben wird, die Euch antworten und Mut machen, gerade weil sie aus eigener Erfahrung wissen, was ihr gerade mitmachen müsst.

      Um Deine ganzen Fragen zu beantworten, kann ich Dir ein (Beratungs-)Telefonat anbieten, denn viele Dinge lassen sich am Telefon einfach besser besprechen.
      Wenn Euch danach ist, ruft gerne an (04240/248340).

      Es ist auf jedenfall gut das ihr zeitnah einen neuen Termin bekommen habt für eine Narkoseuntersuchung und bis dahin tropft.

      Soweit erstmal von mir. Ich wünsche Euch viel Kraft und Liebe Grüße!
      Liebe Grüße

      Nicole

      Glaukom mit 4 Monaten (hier ebenfalls)

      Den folgenden Beitrag habe ich nach und nach vervollständigt und werde ihn weiter
      vervollständigen, damit jeder den Verlauf nachverfolgen kann und nicht das
      ganze Thema mit allen Beiträgen durchlesen muss. Allerdings musste ich die Story zweiteilen, da es eine maximale Zeichenanzahl je Beitrag gibt. Die Fortsetzung ist etwas weiter oben unter Beitrag 3 in diesem Thema zu finden.



      Hi,

      21.02.2013
      gestern Morgen hat meine Freundin schockiert festgestellt, dass unser 4 Monate
      alter Sohn ein sehr trübes/milchiges Auge hat. Die nächsten Stunden waren wie
      bei so vielen anderen hier. Wir wurden herumgeschickt, weil sich selbst die
      Augenärztin nicht "traute" eine Diagnose abzugeben. Aber darüber
      möchte ich mich hier nicht beschweren, so schlimm wars nicht.

      Wir sind dann letztendlich im Vivantes Klimikum in Neukölln/Berlin (wir sind
      auch wohnhaft in Berlin) gelandet. Dr. Aurich und Dr. Pham sind dort u.a Ober-
      und Chefarzt und laut Aussage der Augenärztin experten auch auf dem Gebiet. Dr.
      Aurich hat sehr schnell diagnostiziert, dass es sich um grünen Starr handelt.
      Seiner Aussage nach und seinen Untersuchungen nach in nur einem Auge, aber
      exakte Ergebnisse haben wir nach der Druckmessung.

      Dr. Aurich kam mit sehr kompetent und vor und er war sehr beruhigend. Klar sagte er uns, und das wissen wir auch
      selbst, dass man bloß nicht googeln solle, aber irgendwie kann mans ja dann
      doch nicht verhindern.....und so bin ich hier gelandet.

      Naja,. unser Kleiner wird jetzt in dem betroffenen Auge zunächst
      "nur" mit Tropfen behandelt. Narkoseuntersuchung und eventuell auch
      direkt die OP, je nachdem wie hoch der Druck ist, wird dann am 04.03.13
      stattfinden, also in knapp 1 1/2 Wochen.



      Ich habe so viele Fragen an euch und bin gleichzeitig so schockiert und
      emotional fertig. Die Vorstellung was alles passieren kann und welche
      schrecklichen Behandlungen in seinem Leben nun bevorstehen machen uns grad ein

      wenig kaputt...... Mir bzw. uns ist die ganze Zeit nur nach flennen zu Mute,
      aber gut, damit werde ich euch nicht weiter belästigen.



      Ein paar Informationen hätte ich dennoch gerne, insofern Ihr bereits
      Erfahrungen habt:

      - Wie ist es euren Kindern ergangen, die (vielleicht in ähnlichem alter) diese
      Diagnose und OP hatten?

      - Hatte euer Kind weitere OPs? Wenn ja wie viele?

      - Wie gut ist die Sehfähigkeit?

      - Trugen die Augen äußerlichen Schaden von den OP(s)?

      - Wie sieht es mit der Augengröße aus? Bislang hat der Kleine nur niedliche,
      etwas größere Augen. Werden die noch ungewöhnlich größer, obwohl man das ab
      jetzt therapiert? Wie sehen erwachsene aus, die angeborenen grünen Star haben?
      Habe nie ein Bild gesehen/gefunden.

      - Sind andere Krankheiten im Zusammenhang mit Glaukom aufgetreten?



      Eigentlich tu ich gerade genau das, was einem oft abgeraten wird,….. in Foren
      fragen aber naja, ich tu es trotzdem

      Irgendwo hoffe ich keine Horrorstories zu hören, andererseits möchte ich auch
      nicht, dass mir jemand etwas schön redet und verharmlost.



      Lasst einfach von euch hören.



      Danke!

      Euch und euren Kindern alles Gute und viele Grüße,

      Oliver





      04.03.2013
      heute war OPmit Goniotomie. Bis zur OP oder bis 1 Woche davor (kann mich nicht mehr erinnern) haben wir Cosopt
      getropft.



      Der Verlauf der OP war wohl gut, leider heißt das ja nicht so viel bei der
      Krankheit, da erst die nächste NU Aufschluss darüber gibt, ob eine Drucksenkung
      durch die OP erfolgt ist. Zeitgleich mit der nächsten NU wird das andere (das

      rechte) Auge operiert, das leider ebenfalls betroffen ist. Der Druck auf dem
      rechten Auge war auch ohne Tropfen nicht hoch, wird aber dennoch, auf Grund der
      vorhandenen Verwachsungen, Anfang April operiert.

      Die letzten 7 Tage seit der OP haben wir nun viel getropft: linkes (operiertes) Auge: Gentamycin +
      irgendwelche heilenden Tropfen + Cosopt rechtes Auge: Cospot Auf dem linken
      operierten Auge werden nun alle Tropfen abgesetzt,

      das rechte Auge sollen wir noch weiter Tropfen mit Cospot bis zur OP,.... Die NU ist erst in ca. 3 1/2 Wochen
      und die ganze Zeit tropfen wir nichts mehr
      in das operierte Auge. Irgendwie haben wir Angst, dass etwas passiert in

      der Zeit, wenn der Druck nun doch wieder hoch geht (Auge wird wieder Trüb /
      Sehnerv wird geschädigt/ das Auge wird größer etc.).





      15.04.2013
      heute hätten wir die nächste NU gehabt. Wir haben aber sehr viel gelesen und uns viel
      informiert. Wir waren u.a. bei Prof. Dr. Tetz in Berlin, er ist zusammen mit
      dem Augenzentrum Köln Experte auf dem Gebiet der Kanaloplastik /
      Viskokanaloplastik. Er ist absolut überzeugt von dieser Methode und hat uns
      angeboten die OP durchzuführen. Laut seiner Aussage hat er 20 - 30 Babys /
      Kinder im Jahr (auch aus dem Ausland) bei einer Erfolgsquote in seiner Praxis,
      bei einem Beobachtungszeitraum von 3 Jahren, von 90%. Der inzwischen älteste
      Patient bei dem er das erfolgreich durchgeführt hat (Viskokanalostomie) ist
      jetzt 15, bei der OP war der Patient um die 1 bis 2 Jahre alt.

      Nach dem er bei unserem Kleinen getastet hat, vermutete er sehr stark, dass der Druck auf dem linken Auge wieder
      zu hoch sei und auf dem rechten grenzwertig. Man
      muss sagen, wir waren etwas irritiert von der Überzeugung mit der Prof. Tetz
      von der Methode geredet hat,.....andererseits war es gut mal klare Ansagen zu
      bekommen und nicht immer so ein "das kann man nicht sagen, das verläuft
      immer anders...etc.".



      In Neukölln hätte man nochmals Goniotimie durchgeführt…..und wenn das wieder
      nicht geholfen hätte, wahrscheinlich nochmal, bis man dann irgendwann einmal
      360° rum ist und es nicht mehr geht. Uns kam das so unlogisch war. Auch die
      Tatsache, dass man etwas zerschneidet und hofft, dass es nicht wieder
      zusammenwächst. Danach wäre dann wahrscheinlich irgendwann Trabekulektomie
      durchgeführt worden und diese Schritt für Schritt Taktik wollten wir nicht.

      Nach allem was wir gelesen / erfahren / gelernt hatten, haben wir sehr stark
      zur Kanaloplastik/ Viskokanaloplastik tendiert. Es gibt zwar noch nicht so
      viele Erfahrungswerte und Langzeitstudien wie z.B. bei der Trabekulektomie, aber
      es ist ein weniger „starker“ Eingriff; „nicht perforierend“ in der Fachsprache.
      Zusammen mit allen anderen Infos die wir hatten, fiel die Entscheidung dann auf
      die Kanaloplastik/ Viskokanaloplastik



      Hier etwas zur Kanaloplastik: shg-glaukom-berlin.de/Texte/Kanaloplastik1.pdf



      Wir hatten ziemlich viel Hoffnung, dass wir schnell einen Termin bekommen bei Prof. Tetz, so dass wir die NU in
      Neukölln, abgesagt haben. Wir
      haben in den kommenden Tagen/Wochen hin und her Telefoniert zwischen Arztpraxis Tetz und
      Krankenversicherung und Druck gemacht, damit wir endlich einen Termin bekommen.
      Nach zwei verschobenen „wahrscheinlich-Terminen“ war die NU+OP mit
      Viskokanaloplastik letztendlich dann erst für 13.05.2013 angesagt. Zeitweise
      haben wir auf dem linken Auge getropft bis 1 Woche vor der OP.

      Diese Wartezeit war schlimm, gerade weil wir nicht die ganze Zeit getropft haben. Prof. Tetz hat sich unserem
      Erachten nach bemüht so schnell wie möglich einen Termin im Krankenhaus zu
      bekommen, aber wahrscheinlich wurden Privatpatienten vorgezogen! Schon heftig
      wenn man weiß, dass der Sohn gerade „erblindet“ und Geld scheinbar wichtiger
      ist als das Augenlicht eines Babys! Wir haben das Gesundheitssystem in voller
      Breitseite zu spüren bekommen. Machen die dasselbe eigentlich auch mit
      jemandem, dem der einen offen Bruch am Arm hat?!?! Wahrscheinlich nicht! Aber
      wieso nicht?? Ist der Arm wichtiger als ein Auge?? Seh ich nicht so…..Uns hat
      das ziemlich genervt….!




      13.05.2013
      Heute war die OP mit Viskokanaloplastik. Kanaloplastik
      wurde nicht gemacht, da das Auge (mit Goniotimie) voroperiert war. Während der
      Kleine in Narkose war kam Prof. Tetz nach der Diagnose zu uns heraus und klärte
      uns über die Gegebenheiten auf: Linkes Auge Druck bei 25, rechtes Auge 12-13.
      Linkes Auge fast keine oder nur geringe Sehnervschädigung, rechts alles normal.
      Daraufhin wurde die Viskokanaloplastik am linken Auge durchgeführt, rechtes
      bleibt unter Beobachtung.





      Die ersten 24-48 Stunden nach der OP waren schlimm! Der Kleine hat oft vor Schmerz geschrien und mehrere
      Schmerzmittel bekommen. Nach 24-48 Stunden war das dann aber vorbei. Sein Auge
      war sehr geschwollen und rot, so dass er es in den ersten 24 Stunden nicht
      aufbekommen hat, danach ging die Schwellung langsam zurück. Ab dem 3-4 Tag war
      das Auge nur noch ziemlich rot. Inzwischen, 7 Tage nach der OP, ist das Auge
      noch geringfügig rot, seit der OP tropfen wir antibiotische Augentropfen.

      Das Auge ist nach der OP deutlich klarer geworden, die Trübung ist vielleicht nicht
      100% weg, aber die Strukturen im
      Auge sind gut zu erkennen und die Iris sehr gut zu sehen; etwas schlechter als
      im rechten Auge.

      Das Auge war vor der OP nicht stark vergrößert, aber man hat den Unterschied
      gesehen. Nach der OP ist das Auge glücklicherweise wieder kleiner geworden, so
      dass es nicht mehr auffällt wenn man es nicht weiß. Scheinbar war es durch den
      Druck und die Ansammlung der Flüssigkeit zusätzlich vergrößert. Prof Tetz sagte
      auch, dass ihm die Flüssigkeit während der OP „praktisch entgegen kam“.

      Prof. Tetz wird den Kleinen erst wieder in 4-5 Monaten in NU untersuchen, bis dahin kann er das durch abtasten
      ausreichend feststellen, sagt er. Uns kommt das sehr lange vor, aber inzwischen
      haben wir mehr Vertrauen.



      Extrem blöd ist die Tatsache, dass auf dem linken Auge
      inzwischen eine Sehschwäche von -4 bis -5 Doptrien vorhanden ist. Bei der
      ersten NU waren es -0,5!! Tja,..wäre das ganze mal schneller gegangen. Nichts desto trotz sind wir zunächst
      mal sehr froh über die derzeitige Diagnose und die OP von Prof Tetz.



      Ob der Druck nun unten bleibt weiß natürlich niemand, aber wir sind viel
      optimistischer als vorher. Prof. Tetz hat uns sehr viel Hoffnung gemacht und
      war ebenfalls sehr optimistisch.



      So viel erstmal….

      Grüße
      Diagnose Glaukom mit 4 Monaten. Unsere Story könnt ihr im aller ersten Beitrag des folgenden Themas komplett lesen: tinyurl.com/l3kfl6s

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