Kindheitserfahrungen einer jungen Frau mit angeborenem Glaukom

      Hallo Ute,

      habe den Bericht gelesen und fand unsere Situation sehr stark darin wieder.

      Nele ist leider nun blind (2 % mit dem linken Auge in einem ganz bestimmten Winkel, rechts nur hell-dunkel). Bei ihr hat es nicht so lange gedauert. Ich stimme dir aber zu, dass wir heute trotzdem besser dran sind, als früher. Ich kenne eine Frau in meinem Alter, mit der ich jeden Tag mit der Bahn nach Hause von der Arbeit fahre, die ebenfalls durch das angeborene Glaukom erblindet ist. Traurig ist sie deshalb nicht. Und das fällt mir bei Nele eben auch auf. Sie klettert auf Bäume im Kindergarten, schaukelt, spielt Ball und und und. Eben wie die Frau in dem Bericht.

      Na und das Ding mit dem Blindenstock.......... :-), das haben wir auch und Nele ist erst fast 6 Jahre.

      Nur der Kampf um die Schule ist größer geworden. Wo es damals wohl fast in Ordnung war, dass ein solches Kind in eine normale Schule eingeschult wird, ist es heute fast eine Tortour, es überhaupt auf eine solche Schule zu bekommen.

      Und Anja, keine Angst. Sollten wir es schaffen, uns am 27.06.2009 in Dortmund kennen zu lernen, wirst du sehen, wie einfach es ist mit einem blinden Kind umzugehen. Das ganze drumherum ist aufwendig. Die Menschen mit dieser Behinderung nicht.

      Liebe Grüße
      Manuela
      Hallo Anja,

      ich hatte schon befürchtet, dass dieser Artikel einige Leser beängstigen wird.

      Es ist nun einmal so, dass das Glaukom eines der häufigsten Erblindungsursachen ist, aber wir leben glücklicherweise nicht vor 30 Jahren. Inzwischen hat sich die Glaukombehandlung, sei es bei den Operationstechniken und auch in der Tropfbehandlung weiterentwickelt. Immer wirksamere drucksenkende Augentropfen sind auf den Markt gekommen. Und so kann vielen Glaukomkranken das Augenlicht viel länger erhalten werden als früher oder eben auch bis zum Lebensende.

      Leider gibt es jedoch auch einige schwierige Fälle, denen man trotz aller Bemühungen nicht helfen kann. Wem Erblindung trifft und wann sie eintritt, kann niemand vorhersagen.

      Daher kämpfen wir hier alle für unsere Kinder, tauschen uns aus, damit wir möglichst viel über die Krankheit erfahren.

      Liebe Anja, mach dir nicht zu viele Gedanken, was in x Jahren sein wird. Wenn es deinem Kind jetzt gut geht, freue dich und hoffe, dass es so weitergeht.
      Noch einmal: Jeder Glaukomfall ist einzeln zu betrachten und nicht mit einem anderen Krankheitsverlauf zu vergleichen.

      Ich hoffe, dich ein wenig beruhigt zu haben.

      Ute