Erzieherin im Kindergarten

      Hallo Anja,

      ja es ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich!
      Es spielen aber auch noch viel Faktoren eine Rolle, nicht "nur" der Visus, sondern auch das Gesichtsfeld,...

      Schau mal unter: "Behörden", da gab es schon mal das Thema Blindengeld und Schwerbehindertenausweis.

      Pflegegeld steht einem zu, wenn ein Mehraufwand an Pflege geleistet werden muß gegenüber einem "normal" sichtigem Kind.

      Frühförderung sollte einem eigentlich auf jeden Fall zustehen. Denn dort heißt es wenn man von einer Behinderung bedroht ist. Sprich wenn entwicklungsverzögerungen auftreten könnten.
      In Niedersachsen ist leider auch das nicht so einfach...

      Behindertenausweise kommt immer auf den Grad der Sehbehinderung an!

      Bei weiteren Fragen kann ich Dir auch folgende Seite empfehlen:
      integrationskinder.org
      Liebe Grüße

      Nicole
      Hallo texastine ( ich muss immer an Dexa Sine denken ;)

      ich freue mich auch, dass Du Deine Aufgabe als Wegbegleiterin im Kindergarten so ernst nimmst.

      Aber mal eine Frage an Alle:

      Was mich absolut wundert ist, dass der Junge mit 80% schon Fachdienst (hört sich so an, wenn die Frühförderung in den Kindergarten kommt) bekommt. Ich kenne eine Mama mit einem Kind mit nur 30% und die kriegt keinen Fachdienst. Ist das SOOO unterschiedlich???

      Was kriegt Ihr mit 30%??

      Ich meine z.B.
      - Pflegegeld
      - Behindertenausweis mit welchen Merkzeichen
      - Frühförderung
      - Fachdienst.

      Vielleicht sollten wir da mal in einem Extra-Thread eine kleine Statistik machen....
      Vielleicht ist das ja Bundesland-abhängig?

      Liebe Grüße,
      Anja
      Hallo Tine ,

      na dann mal zu ...! :D

      aber wenn der Junge noch nicht so starke Sehbeeinträchtigungen hat - läuft es vielleicht ganz " normal " und entspannt ab ...

      finde ich trotzdem toll , daß Du Dich da so hinterklemmst und Infos raussuchst !!!
      Ist nicht unbedingt immer so , daß man so interessierte und angagierte Kindergärtnerinnen / Erzieherinnen hat ( ich kenne auch Andere ;) .... - und damit meine ich nicht den jetzigen KIGA meines Sohnes ! nicht , daß mich hier jemand falsch versteht :) bis jetzt läuft alles supi )

      na dann Viel Spass nochmal und falls was ist - immer her mit den Fragen :)

      LG Bianka
      Ach, und an Bianka!
      Wir sind ein Regelkindergarten mit bis zu 22 Kindern. Und wenn ich das richtig sehe ist der Kleine nicht mal als I-Kind tituliert...
      Es sind doch recht schwierige personelle Verhältnisse ;(, die ich durch genügend Backgroundinfos versuche zu kompensieren. :rolleyes:

      Post was edited 2 times, last by “texastine” ().

      WOW!!
      Das waren aber mal genaue und gute Tips!

      Der Kleine war heute da und es ist zum Glück nicht so ausgeprägt. D.h. er hat noch eine Sehfähigkeit von 80% und trägt eine Brille.

      Er kam in die Gruppe und man konnte anhand seines Verhaltens schon merken, dass er "gut" sehen konnte. ( Ich bin ja doch mit anderen Erwartungen ran gegangen)
      Die Mutter war SUPER KOOPERATIV und hat ein langes Gespräch noch mit mir geführt.Während dieser Zeit hat dieser Junge so toll gespielt und gleich den Anschluß an die anderen Kinder gefunden! (Wir haben zur Zeit noch recht wenige Kinder, da es noch Ferien sind.) Der Geräuschpegel war niedrig und der Junge (ich nenne ihn aus Schweigepflichtsgründen nur so, nicht weil ich unpersönlich sein will) kam gut mit allem zurecht.

      Und direkt dazu kam, dass heute eine nette Dame für die Frühförderung da war. Denn das ist das einzige, dass er durch seine vielen OP's in seiner Entwicklung etwas zurück ist. Aber das sehe ich weniger als Problem. Daran arbeiten wir dann gemeinsam und der Junge ist offen, womit ich mir vorstellen kann, dass er gut bei "allem" mitmacht.

      Alles in allem sehr positiv!

      Ich bedanke mich aber für die tollen, hilfsbereiten Beiträge. Ich werde sicher das ein oder andere bei der Mutter noch hinterfragen und /oder ein paar Tips auch gleich umsetzen. Schaden kann es ja nicht und wir wollen ihm die Zeit ja so schön wie möglich machen. Er hat sicher "genug mit sich zu tun".
      Ich habe der Mutter auch erzählt, dass ich mich hier kundig mache und nachgefragt habe und das ist soweit o.k. Vielleicht treffe ich sie hier ja auch bald mal, denn sie kannte die Seite wohl noch nicht.
      Dafür hat sie ein Treffen mit der Sehbehindertenschule organisiert zu Aufklärungszwecken.

      So haben wir alle unsere Hausaufgaben gemacht! :D

      Vielen Dank nochmal an alle, ich schau hier bestimmt regelmäßig wieder vorbei , um mich auf dem Laufenden zu halten... Mir fallen in der kommenden Zeit mit Sicherheit noch mehr Sachen an dem Kleinen auf!

      LG, Eure Tine
      Hallo Tine,

      auch ich bin begeistert, daß Du Dir so viel Gedanken machst! Hut ab !

      Bei unserem Sohn war es zum Beispiel wie bei jedem anderen Kind, da er zwar schlecht sieht und eine Brille trägt, aber wohl kaum Sehnervschädigungen hat.

      D.h. das Glaukom an sich belastet ihn wohl kaum. Man merkt ihm nichts an !
      Er kann alles machen wie die anderen auch.

      Mir war nur wichtig, daß er seine Mütze trägt, da man manchmal meinen könnte, er sei doch etwas lichtempfindlicher als andere Kinder. Wobei auch meine Tochter immer die Mütze aufsetzten muß - ist also nichts neues.
      Vor Verletzungen der Augen hat wohl jeder Angst - da Tim ja operiert wurde ( wie die meisten anderen auch ) hat man wohl noch mehr Angst davor. Aber er hat ja eine Brille, da bin ich richtig dankbar.


      Bleiben denn die Eltern am Anfang noch eine Weile dabei ?
      Das fände ich ganz gut, dann könnt Ihr sehen, bei was die Eltern helfen müssen, wie sie reagieren, wenn er klettert. Da kann man vielleicht mehr lernen, wie bei Gesprächen. Da vergisst man ja doch immer was.

      Alles andere wurde ja schon ausführlich beschrieben!
      Unser Fall sollte mal einen einfachen " Fall " darstellen, bei dem es keine großen Probleme gibt. Soll es auch geben.

      Viel Spaß mit dem neuen, bestimmt auch besonders tapferen Kind

      Viele liebe Grüße
      Bettina
      Hallo Tine,

      noch eine kurze Ergänzung zu der sehr ausführlichen Aufzählung unten: Sehbehinderte Kinder sind natürlich auch beim Malen den anderen Kindern weit hinterher. Auch mit vier oder fünf Jahren ist es oft nur ein Gekraxle. Das hängt natürlich mit der sehr eingeschränkten visuellen Aufnahme zusammen.
      Unser Sohn hat sich das erste Jahr in einer Regelgruppe tapfer durchgekämpft. Wichtig ist aber unbedingt, immer den Kontakt zu den Eltern regelmäßig zu halten!!

      Grüße, Sofie.
      Sofie

      RE: Erzieherin im Kindergarten

      Hallo Tine ,

      da nicht alle Kinder mit Glaukom gleich schlecht bzw. noch gut sehen können , kann man nicht pauschal sagen wie man sich verhalten soll . Ich kann nur von meinem Sohn erzählen ...
      er ist nun aus einer heilpäd. Kleingruppe in eine Regelgruppe 15 Kinder gewechselt . Ist also schon seid 2 Jahren KIGA erprobt . Er hatte ( waren ja erst 2 Tage KIGA ) auch keinerlei Probleme mit der Umgewöhnung !

      Benni sieht noch pro Auge 5 % , hat kein Räumliches Sehen und ist SEHR Blendempfindlich .

      - Nun kommt es darauf an wieviel sieht der Kleine noch ?
      - Läuft eine Frühfördermaßnahme ( zusätzl. im KIGA ) ?
      - Wird der Junge - bei Benni ist es so - von einer Sehbehinderten- Schule / Frühförderstelle betreut ? ( kann man ja auch Gespräche mit den Mitarbeitern führen - haben viele Tips )
      - erfragen ob das Kind noch Räumliches Sehen hat ?
      - werden Hilfsmittel benötigt ( spezielle Brille / Sonnenbrille , Lupenstein , Tageslichtlampen )
      - je stärker die Sehbehinderung , desto mehr " Alltags-Probleme ) ...Treppen , Unebenes Gelände , auch der Umgang mit anderen Kindern z.B. unübersichtlich große Kindermenge )
      - Benni hat Probleme in ZU großen Gruppen , mit dem erkennen der Mimik , Verwechselungen von Kindern , Unsicherheit in ungewohnten Umgebungen )
      - mann sollte versuchen Struktur reinzubekommen am besten immer gleicher Platz ( Sitzplatz , der Spiel und Malutensilien , nicht allzuviele Dinge über die gestolpert werden kann , dunkle Ecken etwas ausleuchten - gibt extra Beleuchtungsberater )
      - das Kind nicht in grelle Sonne ( zB. am Frühstückstisch setzen - viele Glaukom -Kinder sind sehr blendempfindlich ) - darauf achten evtl. Cappy + Sonnenbrille aufzusetzen
      - Malen mit markanten Farben - lieber Filzer / Wachsmaler anstatt Buntstifte - da oft das Kontrastsehen auch Probleme machen kann
      - beim Frühstücken z.B einfarbige Teller - damit das Essen nicht mit dem Dekor verwechselt wird
      - Spiele mit kontrastreichen Motiven
      - Benni muß ja z.B viel durch sein Gehör kompensieren - immer direkt ansprechen -
      z.B nicht sagen : da hinten liegt doch der Bauklotz - räum ihn weg - sondern es deutlicher machen z.B unter dem Fenster auf dem roten Teppich liegt der gelbe Bauklotz bring ihn bitte in die Kiste neben dem gelben Tisch .
      Benni orientiert sich an solchen Aufforderungen besser im Raum . Mit da hinten - siehst Du den nicht kann er nicht sonderlich viel anfangen ...
      - Spiele und Basteln mit Materialien - Singen , feste Rituale
      - viele Kinder sind sozial auch entweder insichgekehrt , da sie immer in Anspannung und evtl. Angst sind , daß sie in einer großen Gruppe nicht übergerannt werden bzw. es die Kinder einfach überfordert . Andere sind evtl. agressiv , da sie frustriert sind nicht alles genauso gut bzw. schnell zu können wie normal sehende Kinder ....
      - motorisch kann auch eine vorsichtige Unsicherheit vorhanden sein , was ja völlig normal ist , wenn man nicht viel sieht ( Kletterturm - Höhen nicht einschätzen...)
      Freunde zu finden ist auch nicht ganz so leicht - da muß man versuchen das Kind vielleicht direkt in zweier oder dreier- Grüppchen zu stecken , damit es sich nicht unter Umständen abkapselt
      - evtl. Kleiderhaken, Sitzplatz markieren , damit das Kind sich schneller zurechtfinden kann und nicht lange angestrengt suchen muß . Die Räumlichkeiten am Anfang mehrmals abgehen - bis das Kind sich zurechtfindet
      - auf Stufen hinweisen und evtl. Farblich absetzen ...

      es gibt alles in Allem vieles worauf man achten kann / muss ! - was aber nicht bei jedem Kind von nöten sein muß !
      Es richtet sich wirklich nach dem jeweiligen Sehrest bzw. Blendempfindlichkeit etc .
      genausogut kann es sein , daß der Kleine noch keine großen bleibenden Schäden an den Augen hat und munter hereinspaziert in die nächste Bauhöhle und innerhalb von 5 min. 10 neue Freunde hat :)

      Ich kann verstehen , daß man als Erzieherin , nichts falsch machen möchte ...
      daher kann man wirklich nur raten - ruhig ein wenig mehr Zeit einplanen für das anstehende Elterngespräch - jedes Kind ist anders !!!! - und die Eltern wissen es am besten , worauf zu achten ist :)

      Viel Glück und Spass im KIGA- Jahr .....
      P.S. wo ist dein KIGA in dem du arbeitest ? Integrativ ? Regelgruppe ?
      Falls Du noch spezielle Fragen hast - immer her damit :)

      Liebe Grüße
      Bianka

      RE: Erzieherin im Kindergarten

      Hallo Tine,

      herzlich Willkommen hier im Forum!
      Ich bin ganz "überwältigt" das Du Dir da soviel Gedanken machst und finde es toll dass Du Dich im Vorfeld so informieren willst!!!

      Es ist schwer da "pauschal" etwas zu antworten, denn es kommt ja immer auf das Kind und darauf an, in wieweit es sehgeschädigt ist.
      In vielen Fällen geben die Eltern immer wieder an, dass man es den Kindern oft auf den ersten Blick garnicht anmerkt.

      Anforderungen haben wir keine besonderen gehabt. Aber sicher waren wir "ängstlicher" Dominik in die Obhut von jemanden "Fremden" zu geben, der eben nicht weiß, was er sehen kann und was nicht. Bei uns kam hinzu, dass er eine Kontaktlinse trägt (nicht alle Glaukom Kinder tun das) und man nicht erwarten konnte, dass ihm die jemand raus nehmen kann, wenn sie verrutscht oder es ihm weh tut.

      Die Informationen die wichtig sind, kann das Kind Treppenstufen o.ä. erkennen, hat es eine gut Raum- Lage Koordination, kann man es "alleine" klettern lassen ect. werden Dir die Eltern sicher geben.
      Die meisten Glaukom Kinder haben Defizite in der Motorik, aber eben alle unterschiedlich.
      Und alle können den Visus den sie haben unterschiedlich gut kompensieren.
      Manche wenden schon sehbehinderten Techniken an, können besonders gut hören und müssen alles "erfühlen".

      Es gibt ein Buch, welches ich Dominiks Erzieherinnen ausgeliehen habe:
      Einführug in die Blinden- und Sehbehindertenpadagogik von Renate Walthes

      Zudem habe ich noch ein paar Seiten zu Sehgeschädigten Kindern. Wenn Du möchtest schicke ich Dir da mal etwas zu. Maile mir einfach Deine Adresse: info@glaukom-kinder.de

      Eine Bitte: wenn die Eltern unsere Initiative und Homepage noch nicht kennen, bitte empfehle uns weiter!

      Einen schönen Start in das neue und spannende Kindergartenjahr!

      Würde mich interessieren, wie Du es empfunde hast ein Glaukom-Kind in der Gruppe zu haben, vielleicht können wir dann von Dir noch wieder etwas lernen.
      Liebe Grüße

      Nicole

      Erzieherin im Kindergarten

      Hallo!

      Ich bin Erzieherin im Kindergarten. Dort arbeite ich nun seit drei Tagen und habe nun zu hören bekommen, dass ich ein Kind mit Glaukom in die Gruppe bekomme.
      Ich hatte vorher noch nie etwas über diese Krankheit gehört und auch wenn ich mich nun belesen habe, bin ich doch unsicher,was das für die Praxis für mich bedeutet.

      Ich hatte auch noch nicht die Gelegenheit mit den Eltern zu sprechen, was aber inKürze (auf jeden Fall ehe der Kleine zu mir in den Kiga kommt) geschehen wir. Aber ich dachte mir, hier finde ich mit Sicherheit Eltern, die mir trotz allem weiterhelfen können.

      Meine Frage ist, wie erging es euchmit euren Kindern im Kindergarten. Welche Wünsche hattet ihr an die Erzieher. Was haben die Erzieher besonders gut oder schlecht gemacht. Was gehörte zu den Bereichen, die ihr ganz unmöglich fandet. Miur würden ein paar Erfahrungsberichte aus Sicht von Eltern sehr gut tun, denn auch wenn ich mit den Eltern des Jungen spreche, so können sie mir zwar was über die Krankheit und das Stadium sagen,aber dafür haben sie noch keine Erfahrung mit Kindergarten und wissen nicht, was da auf sie zukommt. Also brauch ich alle Infos, die ihr mir so geben könnt, damit ich diesem Jungen auf jeden Fall gerecht werden kann.

      VIELEN DANK!

      Eure Tine