Hallo erst einmal

      Hallo erst einmal

      Hallo liebe Nutzer des Forums,

      möchte mich hier kurz vorstellen und ein paar grundsätzliche Tips zur Beschaffung von Hilfsmitteln geben.
      Wie bereits bekannt, mein Name ist Jörg Windler und ich bin seit 25 Jahren Augenoptiker und arbeite von Anfang an in der Firma Huth in 27318 Hoya.
      Seit 18 Jahren arbeite ich im Low -Vision - Bereich und gehöre zu den Gründungsmitgliedern des Low-Vision-Kreises. Wenn ich mir mal nicht den Kopf über optische Herausforderungen zerbreche, widme ich meine Zeit meiner Familie und der Feuerwehr.

      Jetzt folgen ein paar Tips zur Beschaffung von Hilfsmitteln:

      Auf jeden Fall sollten Sie einen erfahrenen Low-Vision-Optiker aufsuchen. Eine Liste der anerkannten Fachberater für Sehbehinderte findet sich unter www.wvao.org. Am meisten würde mich freuen, wenn ein Mitglied des Low-Vision-Kreises in Ihrer Nähe ist und Sie diesen aufsuchen. Eine Liste finden Sie unter www.low-vision-kreis.de.
      Selbstverständlich gibt es auch viele nicht gelistete Kollegen die hervorragende Arbeit leisten. Leider sind sie nur schwer zu finden.

      Verordnete Lupen, Monokulare, Kantenfiltergläser und andere Hilfsmittel die nicht angefertigt werden müssen, sollten von dem Lieferanten mehrere Tage zur Probe mitgegeben werden.
      Individuelle Anfertigungen sollten im Betrieb mit den Anpasssätzen ausgiebig auf Wirksamkeit und Handhabung getestet werden.
      Mehrfachversorgungen sind möglich und zulässig ! Es gibt zum Beispiel die Möglichkeit ein Bildschirmlesegerät und ein Monokular ( kleines Fernglas mit dem man auch lesen kann ) gleichzeitig zu bekommen.
      Für die Versorgung im Kindergarten, der Schule oder später am Arbeitsplatz braucht man spezielles Fachwissen, besonders was die Kostenübernahme betrifft. Informieren Sie sich ob Ihr Optiker hier wirklich sattelfest ist. Oft werden die Aufträge komplett an einen Hersteller abgegeben. ( Wer bekommt den Auftrag ? Natürlich der der die höchste Provison bezahlt.) Oft macht es aber Sinn Geräte verschiedener Hersteller miteinander zu kombinieren.
      Die Regelungen für die Lieferung von Bildschirmlesegeräten ( BLG ) sind in den Bundesländern unterschiedlich und ändern sich ständig. Grundsätzlich haben Sie keinen Anspruch auf die Lieferung eines bestimmten Gerätes. Die Krankenkasse stellt Ihnen zur Verfügung was am Lager ist bzw. hat Verträge mit Lieferanten.
      In bestimmten Fällen ist es möglich gegen Zuzahlung ein anderes Gerät zu bekommen. Aber Vorsicht !!! Das Gerät bleibt Eigentum der Krankenkasse. Ihre Zuzahlung bekommen Sie nie erstattet. Auch wenn das Gerät aus irgendeinen Grund ausgetauscht wird. ?(.
      Auf keinen Fall sollten Sie ein BLG im Internet ersteigern. Die Geräte sind oft veraltet und haben eine schlechte Abbildungsqualität. Es ist auch schon vorgekommen das Krankenkassen Bestizansprüche an die Geräte gestellt haben, weil die Verkäufer nicht gewusst haben das die BLG nur Leihgeräte sind und im Besitz der Kasse bleiben.
      Auch moderne Flachbildschirme sind nicht immer geeignet. Oft ziehen die Buchstaben Schatten nach, weil die Reaktionszeit des Monitors nicht ausreicht.
      Zum Thema BLG schauen Sie auch einmal auf die Seite smile-vivion.de

      Sie sehen, bei der Auswahl und Beschaffung von Hilfsmitteln gibt es viel zu bedenken. Das optimale Hilfsmittel kann man nur mit Hilfe eines Profis finden.

      Für spezielle Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Scheuen Sie Sich nicht auch wegen einer einfachen Lupenverordnung um Rat zu Fragen. Sehr hilfreich kann es sein, wenn Sie mir Angaben über die Restsehfähigkeit oder den Vergrößerungsbedarf machen können.

      Ich wünsche allen Besuchern des Forums ein schönes Wochenende

      Mir freundlichen Grüßen

      Jörg Windler