ist es schon zu spät?

      Hi Lena,

      unser Sohn hat auch ein angeborenes, beidseitges Glaukom - sehr hartnäckiger Fall.
      Wir waren beim Augenarzt Dr. Hagel in Bückeburg und haben uns gut aufgehoben gefühlt. Er hat uns zwar ein-zweimal umsonst nach Hannover in die MHH (Medizinische Hochschule Hannover) geschickt - aber besser einmal zuviel als einmal zu wenig. Fr. Mellinghoff in Rinteln dagegen war mit unserem Sohn überfordert.


      Die MHH unter Prof. Winter ist im Nachhinein nicht so toll gewesen, da er häufig gelasert hat, anstatt sich schon mal früher zu einer Ventil-OP durchzuringen - was uns nachher fast auf die Füße gefallen ist.
      In Köln waren wir, damals bei Prof. Kriegelstein, enttäuscht worden, da die Einordnung der Diagnose ins bisherige Krankheitsbild völlig daneben war und wir auch so nicht gerade ein gut aufgehobenes Gefühl hatten.
      In Mainz wurde uns Prof. Pfeiffer versprochen und Dr. Meier/Müller/Schulze hat dann im Endeffekt die Untersuchung durchgeführt. Trotzdem hat Mainz durch seine Weltweit einzigartige "Kontrollierte Zytophotokualugation" einen Vertrauenbonus gahbt und auch Dr. Meier/Müller/Schulze hat seinen Job gut gemacht.

      Jetziger begleitender Operateur ist Prof. Erb in Berlin. Ein "Goldjunge": Nett zu Kindern, professionell in seiner Arbeit und realistisch in den Prognosen. Wir mögen ihn alle sehr und haben volles Vertrauen in Ihn und seine Arbeit.

      Großes Lob in allen Kliniken aber an die Anästhesie! Fr. Dr. Brörmann in Hannover ist einsame Spitze. Ebenso wie Dr. Jäger in Berlin. Die anderen sind mir namentlich nicht bekannt.



      Zu deiner Frage nach der Sehhilfe für den Zwerg: Mit Buphtalmus ist man in der Regel Kurzsichtig. Da man als so kleiner Mensch aber eh nur einen aktiven Aktionsradius von einigen Centimetern hat, muss man auch nicht so weit sehen können. Was nützte es einem, das Bild auf dem 10 Meter entfernten Möbelwagen zu erkennen, wenn man 30 Minuten braucht, um auf dem Bauch dorthin zu robben?

      Unser Sohn hat mit 1 1/2 eine Brille bekommen - glaube ich jedenfalls. Es hat dann ca. ein halbes Jahr gedauert, bis er die richtig angenommen hat.

      Daneben gibt es ja noch das Problem, dass die Fehlsichtigkeit nur passiv gemessen werden kann - also nicht mit Hilfe des aktiven Ptienten - es sein denn, das kleine Würmchen kann beim Sehtest schon Ente von Stuhl unterscheiden und das dann auch entsprechend artikulieren.
      Wie gesagt alles unter der Prämisse, dass es ein "normales" Glaukom ist und nicht, so wie bei Jonas, mit fehlender Linse oder anderen Umständen einhergeht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Till“ ()

      Uniklinik Köln

      Wir haben in der Kölner Uniklinik Köln sehr gute Erfahrungen gemacht.
      Ärzte und Schwestern waren sehr nett und auch absolut kompetent. Alle unsere Fragen wurden ausführlich beantwortet. Unser Sohn wurde von Prof. Konen operiert und bisher ist das Ergebnis sehr gut. Er macht zwar einen etwas knöttrigen ersten Eindruck aber das muss man zu nehmen wissen...
      Ich nehme auch immer einen Zettel mit meinen Fragen mit, da es bei der Untersuchung manchmal recht hecktisch zugeht, aber da muss man dann einfach konsequent nachfragen, wenn man noch nicht zufrieden ist.
      Es gibt dort relativ viele Glaukomkinder und dementsprechend viel Erfahrung hat man dort.
      Viel Erfolg,

      Nicole
      Hallo Lena!

      Nur falls Du mal wieder hier reinguckst.

      Meine Schwester und ich haben unterschiedliche Mütter, aber beide haben wir eine Form des angeborenen Glaukoms. Ich hatte es im ersten Lebensjahr, meine Schwester nach dem 2. Lebensjahr, wenn das Auge noch mal einen Entwicklungssprung macht. Von daher, an der Mutter hats wohl kaum gelegen.

      Es liegt möglicherweise an einem Gendefekt, der ganz zu Beginn der Schwangerschaft eine Entwicklungsstörung hervorruft, aber meine Augenärztin sagt, genetische Ursachen wären wissenschaftlich widerlegt.

      Niemand weiß es. So einfach ist das. Ich habe mal im Netz gelesen, dass Röteln in der Frühschwangerschaft als mögliche Ursache eines angeborenen Glaukoms in frage kommt. Das ist der Gipfel! Inzwischen kann man denke ich davon ausgehen, dass die meisten Mütter geimpft sind oder sich rechtzeitig impfen lassen. Röteln zu kriegen ist heutzutage gar nicht so einfach. Besonders beim ersten Kind, wenn man kaum Kontakt zu anderen Kleinkindern hat. Aber weil niemand weiß, woher das angeborene Glaukom kommt, muss es natürlich an der Mutter liegen. Die ist immer die erste Verdächtige bei solchen Sachen.

      Aber wie gesagt, meine Familiengeschichte widerlegt das.

      Grüße Katinoblau
      einseitiges kongenitales Glaukom diagnostiziert mit 1 Jahr, inzwischen bin ich 33 Jahre alt, Lage ist nicht rosig aber stabil
      Hallo Lena,

      bin nur noch eben über den Satz gestolpert : "Hab ich denn da was gemacht..."
      Mach Dich nur nicht verrückt! Das wollte mir doch glatt auch mal jemand einreden!

      Das war bei unserem Sohn eben eine Laune der Natur, denn es ging mir immer bestens ...

      Und genau so wird es bei Dir auch sein! Das warum bringt eh nichts. Wichtig ist ,sich nun in dieser Situation zurecht zufinden und daraus das Beste zu machen.
      Und das werdet Ihr ,wie wir alle hier ,auch prima hinbekommen.

      Unsere Kinder sind auch ganz besonders tolle Kinder und man hat eine ganz besonders gute , innige Beziehung zu Ihnen.

      Machts gut- Viel Glück!!

      Bettina
      Hallo Lena,

      auch von mir ein herzliches Willkommen hier!

      Es wurde ja schon alles geschrieben.
      Unser Sohn war auch fast 12 Wochen bei seiner 1. Operation und es war natürlich auch alles neu und kam so plötzlich.
      Aber nach und nach liest man sich ein und tauscht sich aus , dann wird es einfach normal und es gehört zum Leben dazu. Augentropfen sind dann wie Zähneputzen Routine.
      Mach Dir mal keine zu großen Sorgen und warte die Ergebnisse der Untersuchung ab.
      Jeder Fall ist anders und man wächst hinein, auch wenn man das am Anfang nicht glauben kann.
      Und schreibe die Fragen auf, die Du den Ärzten stellen willst- sonst vergisst man sie nämlich.
      Und :Wenn Du immer bei Deiner Kleinen sein darfst verkraftet sie das prima .

      Wegen der Entwicklung: Unser Sohn ist topfit in allem , hat alles gleich schnell oder schneller gemacht als seine große Schwester!


      Machts gut am Mittwoch, wir drücken Euch die Daumen!
      Liebe Grüße und viel Kraft!

      Bettina
      nein, leider habe ich noch keinen solchen augenarzt gefunden. hoffe auf die uniklinik köln. hat dort jemand erfahrung mit denen? für zu hause muss ich dann noch einen arzt u optiker finden. habt ihr eine empfehlung für den landkreis schaumburg/ niedersachsen?

      Eine entwicklungsstörung im bauch..hm.. emi war kein frühchen. hab ich denn dann was gemacht in der schwangerschaft, was nicht gut war, oder wie kommt das zu stande? ein infekt oder der gleichen, wie beim kartarakt?

      Vorwürfe bringen einen ja doch nicht weiter......
      wollte ja eigentlich auch abschalten für heute. hat nicht ganz geklappt. naja, ich versuch es jetzt einfach nochmal.

      :)
      Hallo Ihr beiden,

      auch von uns ein herzliches Hallo!

      Ich gehe davon aus, das du einen kompetenten Augenarzt gefunden hast, der sich mit der ganzen Materie bei Säuglingen auskennt.

      Vielleicht kennt dein AA einen Optiker, der sich wiederum mit Brillen speziell für Säuglingen auskennt. Ole hat mit 6 Monaten eine Brille erhalten. Die Fassung war eine Miraflex ( Empfehlung von unserem Optiker sowie UNI Münster ). Super elastisches Gestell aus Vollkunststoff mit Gummiband am Hinterkopf, ist ideal für die Kinder die noch viel liegen ( Laufstall am Tag usw. ).

      Zu deiner Frage wie man die Krankheit erhält: ? Wir haben Zwillinge bekommen, und Ole hat halt ein Glaukom. Das kann bei Frühchen häufiger vorkommen /
      ( Entwicklungsstörung im Bauch am Auge ), sagte man uns im Krankenhaus.


      Alles Gute

      Anne
      Man wächst mit seinen Aufgaben
      na gut, danke für all eure infos. es ist gut schon mal einen groben überblick zu haben. da kommt man sich dann nicht mehr ganz so klein und hilflos vor.

      werde jetzt das ding hier erst mal für ne weile runter fahren und versuchen mal an was anderes zu denken. immerhin besteht emilia ja nicht nur aus auge :) (zum glück)
      hoffe das klappt....

      werde mich aber bestimmt bald zurück melden. entweder mit nochmehr fragen, oder aber schon mit neuigkeiten.

      macht euch einen schönen abend ihr lieben menschen :)
      Jonas hat eine Brille, die hat er aber weil er sehr Kurzsichtig ist. Ich finde bei so kleinen Kontaktlinsen kaum machbar... Tropfen geht super aber wenn ich mir vorstelle ich müsste ihm Kontaktlinsen reinmachen, ne, dann lieber eine Brille.
      Also bei Baby's ist der Richtwert 4 Stunden vor OP das letzte mal stillen. Bis 2 Stunden vor OP geht auch noch wasser. Bei Jonas sind es jetzt schon 6 Stunden, aber er ist ja auch schon 2 1/2.

      Grüner Star ist erblich, kann aber auch eine Laune der Natur sein, so war es bei uns. Bei uns hat es niemand in der Familie, zurückverfolgt bis zu den Großeltern.

      Ich denke, euer Alltag wird sich recht schnell einpendeln, aber wohl erst wenn ihr genau wisst wo ihr steht. Also OP- Termin abwarten und danach wird es schon werden :)
      Liebe lena & jaro,

      du darfst hier deinen Gefühlen freien Lauf lassen. Nach einer Zeit der Verzweiflung, geht es auch wider besser und man kann neuen Mut fassen.

      Soviel mir bekannt ist, kann das angeborene Glaukom entweder durch Vererbung auftreten oder auch durch eine Laune der Natur, also durch eine Störung im Mutterleib.

      Wie lange vor der OP du nicht stillen darfst, wird dir vermutlich der Narkosearzt und im Krankenhaus sagen.
      Aus langjähriger Erfahrung kann ich dir sagen, dass die kleinen Babys morgens immer als erste an der Reihe sind, sei es bei einer Narkoseuntersuchung oder auch bei einer Operation.

      Ob deine Tochter Kontaktlinsen tragen muss, ist ungewiss. Wegen dem erhöhten Augeninnendruck braucht man keine Brille zu tragen. Wenn jetzt aber z. B. eine Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit dazukommt, dann muss das entweder durch Kontaktlinsen oder Brille ausgeglichen werden, damit ein scharfes Bild entstehen kann.

      Unser Sohn hat mit 3 Monaten seine erste Brille bekommen. Aber er hat auch eine andere Art von Glaukom als deine Tochter, hat kleine Linsen mehr.

      Nach der ersten Operation ging es mir bedeutend besser, als ich dann sah, dass unser Sohn Fortschritte in seiner Entwicklung machte. Aber es gab auch immer wieder Phasen der Trauer und Depression, wenn es ihm nicht so gut ging, wir wieder bei Behörden oder Schule usw kämpfen mussten. Gleichzeitig haben wir noch einen älteren Sohn und so war ich relativ schnell wieder abgelenkt.

      Ich bin am Mittwoch in Gedanken bei euch und drücke die Daumen, dass alles gut verläuft.

      Ute
      das ist echt toll von euch, wie ihr euch die zeit nehmt uns das gefühl von "nicht allein sein" zu geben.
      mir kullern grad die tränen nur so runter und ich kann sie kaum zurück halten.bin gerührt, hoffnungsvoll, traurig, wütend, verzweifelt, alles auf einmal. versuche aber nen kühlen kopf zu bewahren. da kommt echt was auf uns zu... wenn einem das so bewusst wird ist auf einmal alles anders. ..

      Woher kommt das denn? "Nur" erblich?
      Wie lange vor der op darf ich nicht mehr stillen?
      was ist eigentlich mit diesen kontaktlinsen für kinder? ab wann können die getragen werden? weil brille geht ja bei babys irgendwie gar nicht,oder? weil ohne sehhilfe entwickelt sich das auge und der visuelle teil im gehirn ja dann auch gar nicht, oder?

      Wie lange habt ihr nach der diagnose gebraucht um euer gleichgewicht wieder zu finden?so in den normalen alltag oder so. hänge nämlich grad ganz schön in der luft. aber das macht bestimmt auch die ungewissheit. bis mitwoch kommts mir ewig vor.
      Hallo Lena :)

      Bei uns war es fast genau wie bei euch.
      Bei Jonas wurde das gleich festgestellt als er 4 Monate alt war.
      Bei uns war der Druck auf beiden Augen über 50. Da wurde dann sofort operiert und seitdem ist das Linke AUge super, immer ein Druck von 10.
      Bei uns ist das rechte Auge das schlechtere. Nach den OP's geht der Druck meist innerhalb von 2-3 Monaten wieder nach oben, meist si bis 23. Am rechten Auge haben wir somit schon mehr OP's.
      Aber das ist bei jedem anders und mach dich nicht verrückt über die vielen Dinge die man im Netz dazu findet.
      Wir haben seit ein paar Monaten Sehfrühförderung und Physio mit Jonas.
      Fragt viel nach wenn ihr im Krankenhaus seit, am besten schreibt ihr euch auf was ihr wissen wollt, damit ihr nichts vergesst. Die Ärzte sind halt immer im Stress und wenn man selbst nicht fragt bekommt man meist nur die kurzfassungen ;)

      Jonas ist auch sehr Lichtempfindlich. Er trägt draußen Sonnenbrille und drinnen eine ganz normale Brille mit Stärke.

      Tragen ist super, ich trage Jonas heute noch manchmal, wenn er keine Lust mehr auf laufen hat. Deine kleine ist 12 Wochen alt, da ist es doch das schönste ganz nah bei Mama zu sein.
      Was das glucken angeht. Klar ist man bei seinem Kind vorsichtiger was das "bemuttern" angeht, aber Jonas z.B. sieht viele Sachen einfach nicht, oder nimmt sie nicht wahr, da muss man einfach dahinter sein und schauen das er nicht irgendwo runterfällt oder gegen irgendwas dagegenrennt, was wir aber auch schon hatten. Ich denke du musst ein gutes Mittelmaß finden. Jonas merkt aber selbst schon recht genau, wo er aufpassen muss und wo nicht. Wenn er irgendwo neu ist, dann ist er erstmal zurückhaltend und schaut sich alles an und wenn er dann weiß wo Stoolperstellen sind, dann spielt und topt er genauso wie andere Kinder.
      Ich wolte dir noch die Angst nehmen wegen dem "zurückbleiben". Jonas ist mit 6,5 Monaten gekrabbelt und vor seinem ersten geburtstag gelaufen. Er spricht sehr gut für sein Alter und auch das spielen, was die Feinmotorik angeht klappt prima. Bei der Feinmotorik war er zwar immer etwas hinterher was seine Freunde angeht, aber er war IMMER in Rahmen und ist nicht rausgefallen. Deine Kleine ist noch soo klein da würde ich mich jetzt noch nicht verrückt machen!

      Macht euch nicht soviele Gedanken wegen den OP's. Ich seh es immer so: Es hilft meinem kleinen, damit der Druck stabil bleibt und somit das AUge erhalten wird. Daher bringt es nichts mich verrückt zu machen und das Kind damit anzustecken. Jonas liebt nämlich seine OP- Schwestern und geht gerne mit Ihnen mit. Das finde ich so wichtig das er nicht mit Angst in den OP reingeht.

      Wenn du magst, kannst du mir gern auch ne PN schicken.

      Liebste Grüße,
      Katharina

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „PapaJonas“ ()

      Hallo Lena & Jaro!

      Ich habe auch eine kleine Tochter, die ist jetzt 8 Monate alt. In unserer Familie bin ich das Glaukomkind (zusammen mit meiner Schwester), wenn auch ein erwachsenes. Meine Tochter ist bisher gesund, aber es vergeht kein Tag, an dem ich nicht ihre Augen intensiv begucke. Sie findet das meistens sehr lustig und lacht mich an, während ich mich ängstlich frage, ob das rechte Auge nicht doch einen Tick größer ist als das linke.

      Was ich sagen will: wenn es einmal da ist, so eine Erkrankung, dann bleibt es. Es ist aber nichts, womit man nicht leben könnte. Ja klar, niemand will blind sein, aber stell Dir vor, deine Tochter hätte einen inoperablen Herzfehler. Oder eine fiese Stoffwechselerkrankung, an der sie nach 3 Jahren sterben wird. Sag Dir, wenn deine Tochter diese Woche untersucht und operiert wird, dass es schlimmeres gibt und dass ihr beide das gemeinsam durchstehen und glücklich sein werdet.

      Mach Dir keine Sorgen um die Entwicklung deiner Tochter. Mit 3 Monaten ist noch nichts zu spät. Es muss schon sehr schlecht laufen, dass sie schon jetzt vollkommen blind ist. Und der Rest Sehkraft reicht völlig aus, um eine normale Entwicklung zu haben. Und im Krankenhaus wird man Dir sicher weiterhelfen, ob und in welchem Maße Du Hilfe in Anspruch nehmen solltest. Du machst das schon richtig, mit de Kuscheln.

      Grüße Katinoblau
      einseitiges kongenitales Glaukom diagnostiziert mit 1 Jahr, inzwischen bin ich 33 Jahre alt, Lage ist nicht rosig aber stabil
      ...auch bei uns war es so ähnlich allerdings wurde der Befund schon in der 9.Woche festgestellt. Josie hatte auch gerötete augen und die Hornhaut war trüb, das linke auge schon stark vergrößert. Nach der Narkoseuntersuchung bekam sie dann Augentropfen zum druck senken, die trübung ging dann schnell zurück.
      Leider konnte der druck nicht immer stabil gehalten werden so das ihr linkes auge leider blind geworden ist.
      Aber mach dir nicht so viele sorgen, man wächst in die Sache hinein und unsere Kinder sind auch mit ihrem Handycap glückliche und ganz normale Kinder...ich sage oft manchmal sind sie klüger als andere...
      Liebe Grüße Helga
      Auch von mir ein willkommen hier im Forum!
      Deine/eure Geschichte weckt wieder die Gefühle an die Zeit kurz nach der Diagnose bei unserer Tochter, da war sie sechs Wochen alt. Sie haben sich wohl tief eingegraben in das emotionale Gedächtnis.
      Zunächst finde ich dein kleines Foto einfach schön, es vermittelt ein tiefes Verbundensein mit dir und Geborgenheit für deine Tochter. Aber auch für dich, denn dann spürt ihr euch Haut an Haut. Das ist glaube ich die intensivste Sinneswahrnehmung. Habe Helene auch viel im Tuch getragen. Vor jeder OP, wenn ich sie nicht mehr stillen durfte bis zur Narkose, habe ich sie in endlosen Schleifen über den Stationsflur getragen.
      Den Selbstvorwürfen kannst du hoffentlich den ihnen gebührenden Platz zuweisen, nämlich vor der Tür. Wir können als Mütter nicht immer alles gleich sehen und vor allem wissen. Wir geben meist das beste, das wir haben.

      Für die OP am Mittwoch wünsche ich euch alles Liebe.

      Frühförderung ist auf jeden Fall angesagt, sehr zeitnah. Habe damals (vor ca. 8 Jahren) die verrücktesten Bastelideen bekommen, angeregt durch die Frühförderung. Beispiel gefällig? Also. Habe noch in der Klinik eine Art Party-Kugel gebastelt (Styropor beklebt mit Hologramm?-Folie). Dann habe ich die gerade nicht benötigte Weihnachtsbaumbeleuchtung an die Stäbe des Gitterbettchens gebunden und damit die Kugel angestrahlt. War der Hit in der Klinik. Geht aber nur unter strenger Aufsicht. Und in der Klinik hatte ich ja die Zeit, denn ich war jedes Mal dabei! Zu Hause habe ich dann über den Wickeltisch mit knallbuntem Papier beklebte Klopapierrollen "installiert". Weitere Ideen kommen dann meist von selbst. Ich hoffe ich konnte dir jetzt ein kleines Lächeln entlocken.

      LG Manon
      Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. ^^
      Hallo Lena & Jaro



      Es gibt für sehbehinderte und blinde Kinder Sehfrühförderung. Wenn die Frühförderung bewilligt wird, dann kommt eine Fachkraft regelmäßig zu euch nach Hause, die dann erklärt, wie du dein Kind fördern kannst.

      Wende dich hierfür an das Landeszentrum für Blinde in Hannover

      lbzb.de/cms-wir-stellen-uns-vor/wir-stellen-uns-vor.html

      Es ist sinnvoll alle anderen Sinne zu schulen, Tragetuch finde ich super. Das hilft dem Gleichgewichtssinn. Ansonsten leise Musik, vielleicht auch Krankengymnastik zur Schulung der Körperwahrnehmung. Es gibt viele Möglichkeiten.

      Ich denke mir die Sprache lernen die Kinder fast normal, krabbeln und laufen können verspätet sein, müssen es aber nicht.

      Dann gibt es da noch den „Little Room“. Aber dazu kann dir die Sehfrühförderung sicher mehr sagen, wann man damit am Besten beginnen sollte.

      Ach so, jetzt erinnere ich mich noch, dass ich so ein Gestell mit verschiedenen Spielzeugen zum Greifen für unseren Sohn hatte, das ich über ihn gestellt habe, so dass er danach greifen konnte.

      Um das Sehen anzuregen, zeige deiner Tochter kontrastreiche kräftige Farben, z.B. ein Blatt Papier mit dicken schwarzen und weißen Streifen.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiter helfen.

      Ute
      du hast recht. ich werde versuchen stark für meine kleine emi jo zu sein.

      Wie ist das mit der entwicklung, wenn der sehsinn beeinträchtigt ist? ist besondere förderung notwendig? Wo bekommt man infos zur erziehung bei sehbehinderung? auf was sollte ich achten, außer besonders gut erklären, was grade passiert, was ich mit ihr tue u.s.w.
      muss der fernseher jetzt aus bleiben, zwecks vermeidung von reizüberflutung, wegen dem geschärften hörsinn? Was außer kuscheln und vllt babymassage tut noch gut? wird sie sprache genau so gut erlernen können, wie gesunde kinder?weil sie ja nicht so gut sieht, wie wir die laute bilden und so. Auch krabbeln kommt dann warscheinlich später, oder?
      was kann ich tun, damit sie ihre umwelt trotzdem begreifen und kontakt aufnehmen kann?

      Mir fehlen manchmal gesichtsausdrücke bei ihr.zumindest hätte ich die in manchen situationen erwartet.das macht die kommunikation etwas schwer. auch wenn wir uns sonst glaub ich ganz gut verstehen. :)

      und normalerweise werden babys im dritten monat doch selbstständiger und lwenden sich eher der welt zu. fällt das jetzt aus, oder kommt das später. ich will ja nicht klucken, damit sie möglichst gut zurecht kommt später, aber ich möchte ihr auch meine nähe nicht verwehren, wenn sie die braucht. habe von anfang an viel getragen und dachte von meinem arm aus kann sie die umgebung sicher betrachten. frag mich, wie sie das jetzt alles wahr nimmt.
      bin selber sehr auf das visuelle fixiert und kann mir eine einschränkung da kaum vorstellen.
      vor allem, wenn man so aufwächst. wie ist das wohl wenn man kein optisches bild zu einem gegenstand oder einer person hat....?

      was für ne gedankenflut..... :O
      Hallo lena & jaro,

      Man geht immer davon aus, wenn man sein Kind regelmäßig zu den U-Untersuchungen bringt, dass kompetent und gründlich untersucht wird.
      Auch die Augen werden ja angeschaut und ein möglicher Befund im gelben Heft dokumentiert.
      Es kommt aber immer mal wieder vor, dass Kinderärzte Veränderungen an den Augen übersehen und daher die Diagnose verspätet gestellt wird, erst wenn die Babys wacher werden.
      Welche Augenkrankheiten Babys haben könnten, wissen die meisten jungen Eltern nicht und so kommen sie auch nicht auf die Idee, irgendetwas könnte nicht in Ordnung sein bis es wirklich sehr auffällig wird.

      Ich kann verstehen, dass du dir Vorwürfe machst, aber es bringt jetzt nichts und ändert nichts am gegenwärtigen Zustand. Trotz aller Trauer braucht deine Tochter jetzt Eltern, die sie nun liebevoll begleiten und ihr helfen das Leben zu entdecken, ganz gleich mit welcher Sehkraft.



      Ute